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Der Wert der Arbeit

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Das Beste, was einem Unternehmer – und auch Unternehmensgründer – in Österreich aktuell passieren kann, ist es, eine schwarze Null zu schreiben. Schafft er das nicht, hat er in der öffentlichen Meinung versagt und ist der „Depp der Nation“. Hat er Erfolg, muss er sich sofort der Neider erwehren, die ihm unterstellen, er scheffle auf Kosten von Arbeitnehmern und Umwelt Millionen. Leider wird dieses falsche Bild des Unternehmertums unserer Jugend schon in den AHS-Schulen vermittelt. Mich wundert es nicht, dass unter solchen Voraussetzungen immer weniger Menschen eigene Ideen umsetzen und Unternehmer werden wollen.

 

Umso mehr beeindrucken mich aber diejenigen, die trotzdem den Schritt wagen. So wie beispielsweise die HTL-Schüler aus Rankweil, die mit ihrer Neugründung Sodex autonome Bagger entwickeln. Oder auch die Bregenzer „Limomacher“ mit ihren selbst gebrauten, personalisierten Limonaden. Sie opfern ihren Ideen Freizeit, Schweiß und nicht selten privates Finanzvermögen oder nehmen gar Kredite auf – ohne Garantien, ohne echte Sicherheit. Sie verdienen jede Unterstützung, die wir ihnen geben können.

 

Denn wir brauchen diese klugen Köpfe und mutigen Macher. Wir brauchen sie dringend. Es ist Allgemeinwissen, dass jeder Wohlstand, jede Leistung des Sozialstaates erst einmal erwirtschaftet werden muss. Das geht nicht ohne Wirtschaft. Zumindest nicht ohne Wirtschaft, die Vertragsfreiheit garantiert, Produktionsfaktoren im Privateigentum unterstützt und deren Preise sich durch Angebot und Nachfrage bilden. Und – nicht zuletzt – die jedem, der eine Idee hat, die Möglichkeit gibt, diese zu verwirklichen und anderen anzubieten.

 

Daneben gibt es aber berechtigte Stimmen, die eine neue Bescheidenheit postulieren, das Ende des Wachstums, und die zukünftige Leistungen ausschließlich mit frisch gedrucktem Geld aus der Notenpresse bezahlen wollen. Ich sehe dies in einem anderen Licht: Ein Wachstum der richtigen und erfolgreichen Dinge ist wichtig, nicht das des gesamten Systems. Wir sollten deshalb zulassen, dass – wie in der Natur – Dinge auch wieder aussterben. Aktuell verhindern wir dies aber noch viel zu oft, weil wir diese Dinge „systemrelevant“ gemacht haben. Zum Beispiel in der Finanzkrise.

 

Geben wir der Arbeit, der Leistung, dem Mut und der Risikobereitschaft ihren Wert zurück und nutzen gleichzeitig das frei werdende Potenzial aus der Krise. Es soll auch in 30 Jahren weitere heimische Blums und Alplas geben.